Populärkollektiv empfiehlt: Queere Popkultur

Warum queere Repräsentation wichtig ist, haben Jenni und Mirko in ihrem gemeinsamen Artikel in dieser Woche bereits erklärt. Damit ihr auch wisst, wo ihr anfangen könnt, stellen wir euch heute einige queere Popkultur-Empfehlungen der Redaktion vor. Enjoy!

Jenni

Loveless – Alice Oseman

Als Georgia die Uni kommt und ein neuer Lebensabschnitt beginnt, fängt sie an, sich zu fragen, warum sich alles um sie herum immer mehr um Liebe und Sex dreht, während sie selbst noch nie verliebt war. Wir leben in einer Gesellschaft, in der romantische Liebe und Sex etwas dargestellt werden, das alle Menschen haben wollen. Loveless thematisiert einfühlsam, dass das gar nicht für alle Leute gelten muss und ist dabei auch wahnsinnig unterhaltsam, lustig und schön. Ich persönlich würde mir mehr asexuelle Repräsentation wünschen!

(Bild: Harper Collins UK)

Im Wasser sind wir schwerelos – Thomasz Jedrowski

Dieser wunderschöne Roman erzählt die Geschichte des jungen Mannes Ludwik, der sich in seinen Kommilitonen Janusz verliebt, eine Unmöglichkeit im Polen der 1980er Jahre. Sie leben ihre Liebe heimlich aus, doch müssen sie sich irgendwann entscheiden: Wählen sie ein Leben innerhalb des Systems oder fliehen sie in den Westen? Im Wasser sind wir schwerelos hat mich berührt wie kaum eine andere Liebesgeschichte. Der Schreibstil ist poetisch und wunderschön, ohne zu dick aufzutragen. Die Geschichte ist hoffungsvoll und tragisch zugleich.

(Bild: Hoffmann und Campe)

Disclosure: Hollywoods Bild von Transgender

Die Medien prägen unser Bild der Gesellschaft. Deshalb ist gute Repräsentation so wichtig. Die Netflix-Doku Disclosure zeigt auf, wie trans Menschen über die Jahre in Hollywoodfilmen dargestellt wurden und werden und wie diese Darstellung das Leben von trans Menschen in Amerika beeinflusst. Mir hat die Doku die Augen bezüglich toxischer Stereotype geöffnet und mich meine Meinung zu Filmen überdenken lassen, die ich eigentlich mochte.

Theresa

Wer Lust auf Reality TV/Datingshow-Drama hat, aber nicht gleich eine ganze Datingshow schauen will, ist mit Annikas Videos bestens bedient. Sie reviewt und parodiert Love Island, die Mädchen WG und seit neuestem auch Princess Charming! Sehr unterhaltsam und kurzweilig!

Alike

Mavi Phoenix

Der junge Österreicher Sänger ist noch gar nicht so lange im Business. 2017 gewann Mavi Phoenix als Newcomer den österreichischen FM4-Award. Damals wurde er noch als Frau wahrgenommen. Mit dem Song „Bullet In My Heart“ sprach er erstmals öffentlich über seine Transgender-Identität.

Princess Nokia

Wie viele Künstler*innen können schon von sich behaupten, ein Genre begründet zu haben? Princess Nokia wird das neue Genre „Queer Rap“ zugeschrieben. Das ist zwar erstens eher nischig und zweitens sind Genre-Zuschreibungen von außen oft etwas ungelenk. Aber es lässt sich in diesem Fall nicht von der Hand weisen, dass ihre Musik irgendwie für queeren Rap und RnB steht. Gemeinsam mit der Internet-Anime-Prinzessin Ashnikko landete sie vor kurzem einen TikTok-Überhit, bei dem beide über eine girls-only-Übernachtungsparty singen: „clothes are optional“.

Dorian Electra

Bei Dorian Electra wird der Begriff „genderfluid“ sehr greifbar. Dafür dient nicht nur die Musik als wichtige Ausdrucksform, sondern mindestens gleichwertig stehen die Videos daneben. Besonders deutlich wird das in Videos wie „Sorry Bro (I Love You)“ und „Gentleman/M’Lady“. Auf der visuellen Ebene stecken viele Referenzen und Details drin, die nicht nur sehr unterhaltsam sind, sondern auch wirklich ausgeklügelt sind.

Katrin

Kim Petras

Sängerin und Ikone. Kim wurde durch Ihre frühe Hormonbehandlung bekannt, die sie mit 12 Jahren startete. Aber auch das Songwriting begann sie bereits mit jungen 15 Jahren. Von deutschen Labels nicht gewollt, weil es zu poppig sei, ging sie nach Kalifornien. Glattpolierte, weichgespülte Pop-Poeten sind jedoch scheinbar ok. Very interesting. Diese Entscheidung war jedoch gut für Kim. Zunächst blieb sie als Songwriterin erfolgslos, dann kam aber der Durchbruch. Sie schrieb für Fergie, sang mit Ari und performte mit Adam Lambert. Ihre Lieder sind poppig und perfekt für den Sommer. Also holt euren Mojito raus, ab in die Sonne und los getanzt!

Pose

Ihr wollt heulen? Kriegt ihr! Ich wollt lachen? Kriegt ihr! Ihr braucht Motivation? Kriegt ihr! Drama, Dance und 80s, das alles bekommt Ihr bei Pose. Pose handelt von der Ballroom-Culture in NYC während den 80er Jahren. Queere Menschen fanden dort Zusammenhalt und Familie. Die Serie zeigt deutlich, wie glitzer- und beatlos die 80er für bestimmte Menschen waren und vor allem auch, wie viele Fehlinformationen über HIV im Umlauf waren. Die Charaktere sind wundervoll geschrieben und gespielt. Die Attittude und Papptalks die auf dem Bildschirm zu sehen sind, übertragen sich auf die Zuschauenden. In den USA hat die Serie vor kurzem das Finale und Ende der Serie erreicht, zur Trauer vieler Fans. Also erst auf Netflix schauen und dann bei Insta folgen, um Spoiler zu vermeiden.

Creator ist Ryan Murphy, bekannt durch Glee und American Horror Story. Ihr könnt euch also sicher sein, dass Licht, Kostüm, Bühnenbild und Farben on Fleek sind. Janet Mock ist Writerin und Regisseurin von Pose. Sie hat auch eine Autobiographie geschrieben, die ich leider noch nicht gelesen habe, ist jedoch schon ein Bestseller.

ContraPoints

Ihr seid mehr so die Intellektuellen und Philosophie ist Euer Ding? Dann müsst Ihr Euch ContraPoints ansehen. Sehr gut recherchierte Inhalte in aufwendig produzierten YouTube Videos mit viel Ironie und Sarkasmus. Mit aufwendig meine ich sehr gut produziert, mit schönen Schnitten, durchdachten Requisiten wie Kostümen und sehr gutem Drehbuch. Natalie Wynn und ihr Team geben ihre Ansicht über verschiedene Themen wieder. Sie erläutern Diskurse basierend auf wissenschaftlichen Theorien und veranschaulichen diese sehr verständlich mit interessanten Beispielen. Natürlich schwingt dabei auch eine gewisse Subjektivität mit, was aber auch sehr interessant ist. Eine weiße, transgender, weibliche Einsicht, kriegt man sonst doch selten. Außer natürlich man schaut Pose und hört Kim Petras.

Was sind eure queeren Popkultur-Empfehlungen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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