Populärkollektiv empfiehlt: feministische Bücher

In der letzten Woche haben wir euch den wunderbaren Literaturblog Boob Books vorgestellt, der Bücher von Autorinnen in den Vordergrund stellt. Anknüpfend daran machen wir vom Populärkollektiv nun eine kleine Themenwoche, in der wir euch ein paar unserer liebsten Bücher von begabten Autorinnen, starken Heldinnen und ihren interessanten Geschichten vorstellen wollen. Auf unserem Instagramkanal findet ihr dazu jeden Tag eine neue Empfehlung von einer von uns, die dann auch hier in diesem Beitrag erscheinen wird. Seid gespannt! Wenn ihr selbst einen tollen Tipp habt, dann schreibt uns gerne!

Buchtipp 1: Madeleine Alizadeh – Starkes weiches Herz

Schnappt euch eine Decke, Kuschelsocken und eine heiße Schokolade. Starkes weiches Herz: Wie Mut und Liebe unsere Welt verändern können vermittelt auf eine unglaublich nahbare Art, wie wir selbstbewusst, selbstverantwortlich und selbstbestimmt durchs Leben gehen – wie eine heiße Schokolade eben. Madeleine Alizadeh gibt Antworten auf die Fragen, die mich jeden Tag im Alltag beschäftigen: Wie zufrieden bin ich? Bin ich genug? Was will ich eigentlich? Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte? Was kommt nach der Angst? Das Tolle am Buch: Sie lässt uns mit den Fragen nicht alleine, sondern gibt direkt praktische Lösungen, wie wir die Hürden des Alltags leichter nehmen können. „Es braucht eigentlich nur den Mut, die Dinge zu tun, die man gerne tut“, so die Autorin.

Buchtipp 2: Liv Strömquist – Ich fühl’s nicht

Wolltet ihr schon immer mal wissen, warum Leonardo DiCaprios angebliche Beziehungen mit einer Parade an Supermodels nie langfristig funktionieren? Nicht? Egal! Packt trotzdem Liv Strömquists Bücher auf eure Leseliste. Ich fühl’s nicht ist nämlich nur das aktuelle Werk einer der einflussreichsten feministischen Comiczeichnerinnen. In der Graphic Novel seziert sie die Liebe in unserer heutigen Gesellschaft anhand verschiedener soziologischer und philosophischer Theorien und das Ganze ist einfach auch noch sehr lustig.

Buchtipp 3: Malala Yousafzai – Ich bin Malala

Bildung – Ein feministisches Thema? Ja, denn während in Deutschland Schulpflicht besteht, wird in Pakistan nicht jedem die Möglichkeit gegeben, zur Schule zu gehen. Dort glauben viele Menschen, pakistanische Mädchen sollten das Haus nicht ohne Mann verlassen, stattdessen kochen und putzen. Malala Yousafzai hat das Glück, dass ihr Vater eine Schule hat, in der sie und andere Mädchen unterrichtet werden. Zumindest bis zu dem Tag, an dem die Taliban sie brutal angreifen. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und kämpft nun weiter für das Recht auf Bildung. Durch ihre politische, sympathische, feministische und starke Art begeistert sie und bringt einem die Probleme, die so weit entfernt scheinen, in ihrem Buch Ich bin Malala näher.

Buchtipp 4: Min Jin Lee – Ein einfaches Leben

Nicht nur in Sachbüchern, sondern auch in Romanen kann man unglaublich viel über Frauenrollen und Feminismus lernen. In Ein einfaches Leben wird die Familiengeschichte von Sunja und ihren Söhnen erzählt, die als koreanische Einwanderer:innen in Japan als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Sunja und die anderen Frauenfiguren in diesem Buch sind wahnsinnig gut erzählte, starke Persönlichkeiten, die sich trotz ihrer erschwerenden Lebensumstände immer weiter durchkämpfen. Min Jin Lees Roman ist ein gefühlvolles Familienepos, das die Familie über mehrere Generationen hinweg begleitet, wodurch man den Figuren sehr nah kommt. Und ganz nebenbei habe ich hier auch noch einiges über koreanische Geschichte gelernt.

Buchtipp 5: Carolin Emcke – Gegen den Hass

Hauptsächlich ist Gegen den Hass von Carolin Emcke eine nachdenkliche Streitschrift für demokratische Grundsätze und humanistische Ideale. Aber Emckes Buch macht klar, dass humanistisches Denken ohne feministische und identitätspolitische Diskussionen nicht geht. In dem Kapitel „Ursprünglich/Natürlich“ zeigt sie, wie Fragen der geschlechtlichen Identität mit der Teilhabe an der Gesellschaft zusammen hängen. Darüber hinaus schreibt Emcke unfassbar präzise und einprägsam. Das Buch ist herausragend in vielerlei Hinsicht und hat mich nachhaltig geprägt.

Buchtipp 6: Lady Bitch Ray – Madonna

Madonna ist ein pop-kulturelles Phänomen und ich denke jede:r hat sofort ein Bild vorm Auge und ein Lied im Ohr, wenn der Name fällt. Aber auch Lady Bitch Ray ist Musikerin. Mit ihrem Alias ist sie Rapperin und unter ihrem bürgerlichen Namen schrieb sie eine Doktorarbeit. Zwei Dinge, die für viele Menschen nicht vereinbar sind, wie sie in diesem Buch beschreibt. Madonna war seit je ihr Vorbild und das veranschaulicht sie interessant unter verschiedenen Aspekten in den grade mal 144 Seiten. Sie verbindet ihre Biografie mit Madonnas und zeigt, wie wichtig Repräsentation ist und wie gesellschaftliche (und auch wirtschaftliche) Strukturen das Leben erschweren. An alle Popkultur-Snobs da draußen: Der Mainstream ist nicht so belanglos, wie ihr vermeintlich denkt.

Beitragsbild: Unsplash/Markus Winkler

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