Der große Popkol Jahresrückblick – Bücher

It’s that time of the year again. Im Dezember tummeln sich überall die Jahresrückblicke und natürlich wollen auch wir – die Redakteurinnen des Populärkollektivs – euch unsere popkulturellen Highlights nicht vorenthalten. In den kommenden Wochen findet ihr hier unsere Highlights unterteilt in verschiedene Kategorien. Weiter geht’s mit Büchern.

Jenni: Shida Bazyars – Drei Kameradinnen

Bild: Kiwi Verlag

Shida Bazyars erzählt in ihrem Roman “Drei Kameradinnen” von drei jungen Frauen, die seit ihrer Jugend in der Siedlung eine enge Freundschaft verbindet. Nach vielen Jahren treffen die drei sich wieder und wollen an alte Zeiten anknüpfen. Doch die Unbeschwertheit von früher ist vorbei, denn ihr Alltag ist geprägt von Rassismus, abwertenden Blicken und rechtem Terror. “Drei Kameradinnen” hat mich aufgewühlt, war schonungslos und dabei auch noch ein richtiger Pageturner. Auf interessante Weise durchbricht die Autorin immer wieder die vierte Wand, sodass man als Leser*in häufig direkt angesprochen wird – was nicht immer angenehm war. Eine wichtige Thematik, tolle Charaktere, Witz, Wut, Spannung – “Drei Kameradinnen” war nicht umsonst mein Buch-Highlight in diesem Jahr, das ich wirklich allen ans Herz legen möchte.

Valeska: Benedict Wells – Hard Land

Bild: Diogenes

Benedict Wells entführt die Leser*innen in seinem Roman Hard Land in den Mittleren Westen der USA – genauer gesagt nach Grady im Bundesstaat Missouri im Jahr 1985. Wir begleiten den 16-jährigen Sam durch einen Sommer, in dem Freude und Leid nah beieinander liegen – dies nimmt Wells bereits im ersten Satz vorweg: “In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb”. Die Geschichte kommt schnell in Fahrt und wir erleben das von Sam so oft beschriebene Gefühl der Euphancholie – eine Mischung aus Euphorie und Melancholie. Die Leser*innen werden mitgenommen auf eine Reise voller Gefühle, tiefer Freundschaft und der gemeinsamen Suche nach den 49 Geheimnissen von Grady. Wells schafft es in seiner klaren Sprache unglaublich viel Gefühl zu vermitteln. Ich konnte mich sofort in Sam hineindenken und habe mit ihm einen sehr euphancolischen Sommer erlebt.

Kim: Mithu Sanyal – Identitti

Bild: Hanser

Ich glaube, es gab in diesem Jahr kein Buch, das so viel in meinem Umfeld gelesen wurde, wie Identitti. Angefangen bei meinen werten Mitbloggerinnen über meinen Buchclub bis zu meiner Familie wurde mir von verschiedenen Seiten davon erzählt. Und die Resonanz war ebenfalls durchweg positiv. Auch ich habe Identitti gern gelesen und fand es sehr spannend mit verschiedenen Leuten darüber zu sprechen, denn das Buch behandelt Themen wie Identität und Rassismus in bisher kaum existierender Weise. Wahrscheinlich ist gerade dieser Austausch mit anderen der Hauptgrund, warum es einen Platz unter meinen liebsten Büchern des Jahres bekommt.

Theresa: Raynor Winn – Der Salzpfad

Bild: DuMont

Raynor Winn beschreibt in ihrem Debütroman ihre Reise auf dem Salzpfad in Großbritannien. Nachdem sie und ihr Mann Moth ihren Haus, ihre Einnahmequelle und die Hoffnung auf ein langes Leben verloren haben, begeben sie sich auf eine Wanderung den britischen Salzpfad entlang. Mit einem sehr engen Budget und von Krankheiten gebeutelt kämpfen sie dort inmitten der rauen See und Natur ums Überleben. Wundervoll erzählt, traurig und schön zu gleich, lädt das Buch dazu ein, auf Wanderschaft zu gehen und seinen Problemen selbst ins Auge zu schauen. Im Deutschen vorgelesen von Jutta Speidel macht die Geschichte als Hörbuch besonders viel Spaß! 

Franzi: Couchsurfing in Saudi Arabien

Bild: Piper

Ich bin ein großer Fan von Stephan Orths Reiseromanen. Er schafft es immer wieder auf eine spannende Art Landschaftsbeschreibungen, Politik und Gesellschaft-Porträts zu vereinen. Nachdem ich in den letzten Jahren seine Erlebnisse im Iran, China und Russland durch seine Bücher miterleben durfte, ist dieses Jahr sein neues Buch von seiner Reise durch Saudi Arabien erschien. Ich habe es direkt gekauft und nicht lange gebraucht es zu lesen, denn es ist spannend, sympathisch geschrieben und leicht zu lesen. Man hat das Gefühl man reist mit dem Autor zusammen durch das Königreich, das erst vor kurzem seine Grenzen für Touristen geöffnet hat. Sehr spannend und absolut zu empfehlen.

Was sind waren deine Lieblingsbücher in diesem Jahr? Schreib es uns in die Kommentare!

Ein Gedanke zu “Der große Popkol Jahresrückblick – Bücher

  1. Coole Auswahl, ich würde noch Nenik: E. oder Die Insel (Voland Quist 2021) und Setz: Die Bienen und das Unsichtbare, hinzufügen.
    Das eine ein unglaublich intensiver Roman, das andere ein großartiges Sachuch.

    Gefällt mir

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