Konzertbericht: Passenger im Carlswerk in Köln

Passanger schafft es allein mit seinem Gesang und seiner Gitarre das Carlswerk zu füllen. Und damit meine ich nicht nur, dass die Halle voller Zuschauer:innen war, sondern auch das Gefühl in seiner Stimme und die Lust auf Tanzen erfüllten den Raum. Der Singer-Songwriter und Musiker sorgte mit seinen sehr tiefgründigen Songs für eine besondere Atmosphäre und schaffte es bei schnelleren Songs, dass alle mitsangen.

„Good to have you here, my survivors“

„Oh life – Is just a game – No one ever tells you how to play.“ Das sind die ersten Worte aus dem ersten Song Survivor, den Passenger an diesem Abend spielte. Er bedankte sich mit diesem Song bei seinen Fans, die die Tickets bereits vor der Pandemie gekauft haben und so lange auf diesen Live-Auftritt warten mussten. Sie seien die wirklichen Survivors. Auch er hat unter der Pandemie gelitten und ist froh, wieder auf der Bühne stehen zu können.

Drei Dinge, die Passenger während Corona verlernt hat

Auch bei Musikern hat sich in der Pandemie das Leben verändert. Der britische Folk-Rock-Sänger gibt zu, er hatte vor dem ersten Live-Auftritt, der wieder möglich war, Lampenfieber. Deswegen hat er sich überlegt, ein Warm-Up-Auftritt kurz vor dem ersten richtigen Konzert zu machen. Weil er dann so nervös war wegen des Warm-Up-Konzerts hat er wiederum ein Warm-Up für das Warm-Up-Konzert geplant… Ein Lachen geht durchs Publikum. Als es dann so weit war und das Warm-Up-Konzert stattfand, erzählt Passenger, vergaß er drei Dinge. Erstens hatte er keine Setlist und wollte spontan spielen, was ihm in den Sinn kommt. Im Nachhinein, laut ihm, eine schlechte Idee. Zweitens vergaß er, seinen Bekannten Bescheid zu geben und drittens trank er aus Nervosität zu viel „Apfelsaft“ (gemeint war wohl Bier). Humor hat er!

Highlight des Auftritts: „Let her go“

Das bekannteste Lied des Sängers ist Let her go aus dem Jahr 2012. Auch die Kölner Fans kennen den vor mittlerweile 10 Jahre alten Song, der damals die Charts in 16 Ländern anführte und mehr als 3,2 Milliarden Aufrufe auf YouTube sammelte. Dem Sänger selbst sind laut eigenen Angaben die Ankündigungstexte für dieses Lied ausgegangen: „Zu diesem Song wurde bereits alles gesagt“. Das ist ok, denn der Abend ist voller netter Anekdoten, sodass auch mal ein Song für sich stehen kann, vor allem, weil ihn doch jede:r im Carlswerk kennt.

Wie kann man diesen Musiker nicht sympathisch finden?

Einer dieser schönen Anekdoten, von denen er zwischen seinen Songs berichtete, ist besonders in Erinnerung geblieben. Passenger erzählte von einem großen Festival, auf dem er vor Jahren spielte. Nachdem er eine stressige Anreise hatte und quasi vom Taxi auf die Bühne geschmissen wurde, musste er feststellen, dass auf dem Gelände genau gegenüber eine weitere Bühne stand, auf dem „der große“ Bryan Adams spielte. Das war nicht einfach für ihn, weil er zum einen allein mit einer Gitarre auftrat und Bryan Adams eine Band dabei hatte und zum anderen, weil er ein großer Fan ist. Besonders beeindruckt hat ihn der Song Heaven, den er in Köln am Sonntagabend direkt mal sang. Spätestens beim Refrain „Baby you’re all that I want. When you’re lyin‘ here in my arms. I’m findin‘ it hard to believe. We’re in heaven.“ sang sein ganzes Publikum mit. Mehrmals am Abend rief er dazu auf und machte den Menschen vor der Bühne Mut, es sei egal, wie sie singen würden, auch was, die Hauptsache sei nur, sie wären dabei laut.

Good Job, respect!

Hängenbleiben wird nach diesem Abend die tolle Musik, die gefühlvollen Texte und der super Gitarren-Sound. Was den Abend aber so besonders gemacht hat, ist der Sänger selbst, seine Anekdoten, private Einblicke zu den Hintergründen der Songs wie Blink Of An Eye, der sein Leben widerspiegelt und auch seine spontane Art. Immer wieder hat er in den Songs wegen Reaktionen oder Zwischenrufen aus dem Publikum schmunzeln müssen. Spontan hat er dann öfters mal die Wörter Köln und Deutschland in seinen Songs aufgenommen, das gefiel dem Publikum. Es war ein schönes Ping-Pong an Kommunikation zwischen Passenger und den Menschen vor der Bühne, die er als besonders respektvoll bezeichnete. Dem kann ich nur zustimmen.

Beitragsfoto: Franziska Venjakob

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