Noga Erez in Köln: “Are you all feeling fresh?” – Keiner ist so fresh wie du!

Die israelische Sängerin Noga Erez war im ausverkauften Luxor in Köln und es wurde ordentlich getanzt, bis alle am Schwitzen waren. So richtig fresh fühlt man sich dann zwar sowohl vor als auch auf der Bühne keine:r mehr, aber für die Stimmung im Publikum hat es sich gelohnt. Die Musik und insbesondere der laute Bass haben für Gänsehaut am ganzen Körper gesorgt.

“Wanna take a shower with all of you. Maybe it is too fast for the most of you”

Schon bei dem ersten Song, den die Band spielt, singt das Publikum nach nur wenigen Worten mit: „Softly, just break it to me softly. Be straight with me but gently.“ Der Song „You so done“ ist vor zwei Jahren erschienen und ungefähr so lange mussten die Fans auf einen Live-Auftritt der Band warten. Umso größer war nun die Vorfreude. Scheinbar war die Freude nicht nur bei den Fans da, die immer wieder „We love you“ Richtung Bühne brüllten, sondern auch bei Noga Erez, die nass geschwitzt am liebsten mit allen zusammen unter die Dusche springen würde. Sie lächelt dabei und sagt mit einem Zwinkern, das gehe den meisten wahrscheinlich zu schnell.

“The dark part of the show”

In ihren alternativen, elektronischen Songs mit Hip-Hop-Einflüssen singt die Sängerin aus Tel Aviv über ernste Themen von Tod bis zu toxischen Beziehungen. Beeinflusst wurde sie bei ihrer Musik unter anderem von Flying Lotus und Frank Ocean. Ihre Songs sind oft ein Mix aus Drumcomputern, Synthesizern und Gesang, viel Bass und tanzbaren Melodien. Einen besonders guten Blick auf den Bassisten, Drummer und Sänger Ori Rousso bekamen dabei die Fans auf der linken Seite vor der Bühne. Weil es in dieser Ecke besonders dunkel war, nannte Erez sie scherzhaft die dunkle Seite der Show. Während des gesamten Auftritts sprach sie zwar wenig über den Inhalt ihrer Songs, band aber immer wieder die Zuschauer:innen vor der Bühne mit ein. Sie zeigte gerne mit ihren Fingern in die Menge, formte mit ihren Händen ein Herz und flirtete mit ihren Augen, wenn sie nicht gerade über die Bühne hüpfte.

Foto: Franziska Venjakob

“Buh to the last song”

Als die Band den letzten Song ankündigt, ist das Publikum nicht begeistert. Sie wollen noch mehr. Noga Erez sieht es ähnlich und sagt mit einem ironisch traurigem Gesicht „Buh to the last song“. Der offiziell letzte Song ist „KIDS“ vom gleichnamigen Album, das im letzten Jahr erschien. Dieses neue Album, das zusammen mit ihrem Kreativ- und Lebenspartner Ori Rousso aufgenommen wurde, gilt als besonders mutig. Noga Erez singt über Sterblichkeit und Verlust, Krieg und Frieden, Unsicherheit und Ehrgeiz. Aufbauend auf ihr Debüts „Off The Radar“ aus dem Jahr 2017 rückt „KIDS“ näher an ihre Heimat. In ihrem neuen Album hat Nora Erez das relativ enge Elektropop-Korsett ihres Debütalbums „Off The Radar“ weitgehend hinter sich gelassen und stattdessen mit sehr breitem Pinsel eine sehr eigene und originelle musikalische Sprache gefunden. Es geht in ihren neuen Liedern nun auch um den Kampf gegen Pillen, das Gefühl alleingelassen zu werden und um die Schattenseiten von Social Media. In einem Interview mit The Gourdian beschreibt Erez ihre Songs als ihre Möglichkeit, die Probleme zu verarbeiten, die sie an der Welt stören.

Foto: Franziska Venjakob

Beat und Bass!

Natürlich gibt es dann aber am Ende des Auftritts noch eine Zugabe. Bei den Songs „Nails“ und „No News“ zeigt die Band und auch das Publikum nochmal wie sehr ihnen Live-Musik und Konzerte gefehlt haben. Live bietet die israelische Künstlerin eine sehr interessante und beatlastige Show. Ein Konzert lohnt sich definitiv. Falls ihr also Bock auf neue Musik habt, hört mal rein! Denn es gibt viel zu entdecken!

Nicht nur Noga Erez hat uns gefallen, auch die Vorband hat schon für Stimmung gesorgt. Magi Merlin hat mit ihren lauten, schnellen Rap bis hin zu ruhigeren Songs überzeugt. Uns hat besonders der Song „No Ego“ gefallen, den ihr euch hier anhören könnt:

Leider ist Noga Erez in nächster Zeit erstmal nur noch im Ausland unterwegs, falls ihr sie live sehen wollt, habt ihr hier die Möglichkeit: 2. Juni in Barcelona, 4. Juni Nimes, 6. Juni in Madrid, 9. Juni in Barcelona, 11. Juni in Indianapolis, 13. Juni in Boston und viele mehr.

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