There is no Guilty Pleasure!

Guilty Pleasure gehört zum Konsum von Popkultur dazu. Man schämt sich für bestimmte Medieninhalte, die nicht einem bestimmten Standard oder Qualität entsprechen. Aber warum eigentlich? Ich habe den Film Late Night gesehen und darin sagt der Charakter gespielt von Emma Thompson: „Well, you know what I think? There’s no such thing as guilty pleasures… only pleasures.“

Ursprung des Artikels: Instagramposting vom 15.07.2021

Und vorher hatte ich so klar noch nicht darüber nachgedacht: Warum schämen wir uns für etwas, dass uns Freude bereitet? Warum? Solange es niemanden verletzt oder diskriminiert, ist das doch erstmal eine tolle Sache. Es wird natürlich manchmal sehr kompliziert, wenn es um Inhalte geht, die problematisch sind, auf Grund von Sexismus, Rassismus, Ableism, etc. Auch der Konflikt zwischen Autor:in und Werk steht immer öfter im Diskurs, ob Wagner, Michael Jackson oder Chris Brown. Bei diesen Fällen entsteht ein schlechtes Gewissen aus ethischen und moralischen Gründen und führt zu ganz anderen Fragen wie Diskussionen, die wir an anderer Stelle gerne besprechen können. Hier geht es jedoch um die Verachtung manches Vergnügens auf Grund von .. was? Das genau ist die Frage: Warum fühlen wir uns schlecht dafür, dass wir uns gut fühlen und wer setz da eigentlich die Standards?

Es hat mich schon immer etwas genervt, wenn sich manche Menschen über meinen Geschmack gestellt haben. Nicht, dass ich das niemals selbst getan hätte, aber manche Dinge sind halt auch einfach schlecht. Natürlich ist es problematisch, wenn die heile Welt ständig repräsentiert wird, die so gar nicht existiert. Die Tatsache, dass wir uns geächtet fühlen für den Konsum dieser Inhalte, zeigt jedoch schon, dass wir das reflektieren können. Grade wenn es zu sexistischen Stereotypen kommt, ist es wirklich schwer Inhalte außerhalbe dieser Norm zu finden. Doch auch dort sollte man nicht allzu hart ins Gericht fallen, denn selbst Telenovelas, die von vielen Feminist:innen kritisiert wurden sind, haben zu Emanzipation und Empowerment bei anderen Frauen geführt.

Passend zur Erstellung dieses wunderschönen GIFs, sah ich zufällig auch die Guilty Pleasure Folge bei Glee. Ich war geschockt! Was manche Menschen als Guilty Pleasure ansehen: Wham? Spice Girls? Hä? Unglaublich! Ich dürfte niemals preisgeben, was sich so auf meinem iPod befindet.. Erneut stellt sich die Frage, wer das denn bestimmt? Ist es ein Klassending? Es ist definitiv ein Adorno-Ding und ist das eine elitäre Sichtweise? Yes! (falls dir der Name nichts sagt, don’t worry..)

Das Ende der Glee-Folge ist jedoch, dass alle voll glücklich sind, ihr Guilty Pleasure leben zu können. Außerdem folgt die Erkenntnis, dass man damit nicht allein ist, sondern es viele Verbündete im Guilty Pleasure Universe gibt. Also lasst uns mehr auf Stuart (Hall) hören und uns als aktive, selbstbestimmte Konsumierende sehen, die individuelle Konsumerfahrungen haben. Was Dir gefällt und Spaß macht hängt von so vielen verschiedenen Faktoren ab und gehört nun mal zu Dir. So be proud and sing loud! Im Endeffekt bist Du nämlich die Glückliche, weil wenn die nicht mit Dir auf TayTay tanzen wollen, ist es deren Problem.

Natürlich werden wir auch dazu eine Playlist eröffnen. Vorschläge gerne in die Kommentare.

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