Guilty Pleasure: The Grammys

Die Mega Events häufen sich mit Beginn des neuen Jahres und enden mit dem Finale der Trilogie: Grammys, Super Bowl und den Oscars (oder in fancy The Academy Awards). Problematisch bei den Dreien ist, dass sie in Amerika stattfinden, wenn es somit hier mitten in der Nacht von Sonntag auf Montag ist. Ein weiteres Problem ist die nervige Werbung, die alle fünf Minuten gesendet wird, da es dafür keine Regelung in den USA gibt.

Nun zum Problem Preisverleihungen an sich. Die Grammys, sowie auch die Oscars, werden als die wichtigsten, internationalen Verleihungen für Film und Musik gesehen. Die Glücklichen, die gewinnen, können sich nun mit dem erstrebten Preis betiteln und Ruhm und Ehre gebührt ihnen. Wahrscheinlich auch viele finanzielle Geschenke. Die Vergabe ist jedoch weiterhin problematisch. Wer entscheidet denn, wer was gewinnt und warum ist es fast grundsätzlich nicht das, was ich möchte?!

Die Entscheidung bei den Grammys treffen Mitglieder*innen des Musikbusiness. Jede*r, der*die in diesem Feld tätig ist, kann sich registrieren, was aber natürlich überprüft und verifiziert wird. Statistiken zeigen, dass Frauen in diesem Feld noch immer unterrepräsentiert sind. Vor allem mit Blick auf Produktion und Komposition sind die Zahlen sehr gering. So spiegelte sich das auch in den vergangenen Nominierungen wider.

Previously on..

Letztes Jahr nach #me too und ähnlichen Diskursen, wollten die Grammys scheinbar ein Zeichen setzten. Alicia Keys moderierte und es gab Female Power Performances. Alicia überzeugte mit ihrer Aura und ihrem Talent. Auch andere fanden es anscheinend gut, denn dieses Jahr durfte sie erneut die Grammys präsentieren.

St Vincent, gilt btw als eine der besten Gitarrist*innen der Welt, performte mit E Gitarre, sowie H.E.R. und Janelle Monáe. Die E-Gitarre, ein Instrument, das immer noch sehr männlich dominiert ist, sowie Technik männlich konnotiert ist. Mehr?

J.Lo ehrte Motown in einem Medley, wobei mir persönlich ein wenig die Anerkennung für die drei Songwriter des Hauses Motown, Holland, Dozier und Holland, fehlte. Aber J.Lo war einfach nur: WOW!

Also ja, die Grammys setzten ein Zeichen oder eher gesagt, taten was schon längst überfällig war. Das war alles letztes Jahr und dieses Jahr:

Last night...

Ich würde so gerne wie Mitsy tanzen, Demis beste Freundin sein und generell wäre ich gerne Alicia. Alicia Keys führte entspannt und voller Liebe für Musik durch den Abend. Natürlich war der überraschende Tod von Basketball-Legende und Oscar-Gewinner Kobe Bryant und seine Tochter allgegenwärtig.

Auch dieses Jahr bemühten sich die Veranstalter*innen die Show divers zu gestalten. Es funktionierte auf den ersten Blick, aber in den einzelnen Kategorien sah es noch sehr einseitig aus.

Gesanglich wurde so einiges rausgehauen. Alicia mit ihrem eigenen Text zu Someone you loved, Camillla, die ihren Vater zum Weinen brachte, und natürlich Demi. Demi Lovato sang mit Herz, Seele und Tränen ihren neuen Song Anymore, den sie nur einige Tage, bevor sie wegen einer Überdosis ins Krankenhaus eingeliefert wurde, aufgenommen hatte. Eine grandiose und mutige Performance. We are listening!!

Bildergebnis für demi grammys
Emma McIntyre/Getty Images for The Recording Academy)

Generell zeigten schon die Nominierungen, dass es allmählich vorbei ist mit belanglosem Geplänkel. Ist nun die Zeit gekommen, auf die wir so lange gewartet haben? Die Jugendlichen gehen auf die Straße und kämpfen für ihre Zukunft. So auch die Musiker*innen von heute. Lizzo singt für Body Positivity, Billie thematisiert die Umwelt und Depressionen und Ariana nimmt sich, was sie will. Außer den Grammy. Leider.

Interessanterweise treffen Billie Eilish und ihr Bruder Finneas einen gemeinsamen Nenner bei den Leuten. Es gibt wenige Künstler*innen, die so begeistern und das in fast allen Gesellschaftsschichten – oder kommt das nur mir so vor? Das Geschwisterpaar überzeugte auch die Grammy Jury und nahmen gleich 5 Grammys mit nach Hause und Billie ist grade mal 18!

Herzerwärmend war auch Billies Schwärmerei für Ariana. Es ist so schön zu sehen, wie sich so verschiedene Künstlerinnen unterstützen und das war nicht nur bei Billie zusehen.

Leider fehlten dennoch die WOW-Momente. Usher’s Tribute zu Prince war nett, aber überzeugen konnte nur Schlagzeugerin Sheila E. Die letzte Nummer, sozusagen das Abschiedsgeschenk von executive producer Ken Ehrlich, war schön und vereinte einige Küstler*innen zusammen. Leider verstand die Regie nur nicht, dass, wenn Misty Copeland tanzt, die Kamera nicht auf den Gitarristen gelenkt werden sollte. Duh.

Super Bowl und die Oscars stehen noch aus und ich muss gestehen, der eigentliche Grund, warum ich mir die Shows doch immer wieder anschaue ist zu sehen, wie Menschen ihre Träume leben. #hoffnung

Hoffnung geben auch die atemberaubenden Performances der Damen, die als Vorbilder dienen und mit ihrem Können zeigen, dass auch Frauen auf die große Bühne gehören und dahinter!

Naja, wir sind gespannt auf nächstes Jahr. Wer wohl neue*r ausführende*r Produzent*in der Grammys wird und was das Jahr generell so mit sich bringt, das werden wir wohl sehen.


k bye

Demi Lovatos Interview über Anymore

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