Hörbücher – Meine Top 5 für unterwegs

Ob in der Bahn, beim Spazieren gehen oder auf dem Weg in den Supermarkt: Hörbücher sind ein super Zeitvertreib für unterwegs. Sie können einen in eine andere Welt entführen, neue Einblicke und Informationen bieten oder einfach mal vom Alltag ablenken. In den letzten Wochen habe ich ein paar gute Hörbücher gehört, die ich euch hier vorstellen möchte.

Podcasts können ähnliches bewirken, aber ich habe mich während der Corona-Pandemie von einigen Podcasts verabschieden müssen. Da ich auf der Arbeit die ganze Zeit mit den neusten Meldungen konfrontiert werde, brauche ich beim Feierabend Ablenkung, die nichts mehr mit Infektionszahlen, Hotspots oder neuen Pandemie-Maßnahmen zu tun hat.

  1. Linus Giese. Ich bin Linus. Wie ich der Mann wurde, der ich schon immer war

Wer verstehen will, was es heißt trans zu sein und mit welchen Fragen und Problemen Menschen zu kämpfen haben, die nicht in das heteronormative Weltbild passen, dem empfehle ich dieses (Hör-)Buch. Ich fand es super interessant, vor allem die Schilderungen über die Veränderungen bei der Wahrnehmung seines eigenen Körpers. Seine Erfahrungen mit Menschen, die ihn für seine Offenheit als trans Mann kritisieren und angreifen, sind erschreckend. In seinen Erklärungen ist zudem gut beschrieben, wieso es beispielsweise trans Menschen und nicht Transmenschen heißt oder was einen Menschen bei seiner Transition bewegt.

2. Ernest Hemingway: Paris. Ein Fest fürs Leben

Ich muss an dieser Stelle vielleicht kurz erwähnen, dass ich ein kleiner Hemingway-Fan bin und viele seine Bücher gelesen habe. Dieses ist jedoch besonders, denn es ist ein Roman, der von seinem eigenen Leben erzählt. Die Hörer:innen bekommen damit ein paar private Einblicke in Hemingways Zeit in Paris. Wie in vielen seiner Bücher gefallen mir auch in diesem seine Beschreibungen von Orten und Menschen, von Begegnungen und Beziehungen. Besonders interessant ist seine Freundschaft zu F. Scott Fitzgerald und seine besonders herzliche Liebesbeziehung zu seiner Frau. Stilistisch überzeugt er mich vor allem wegen seiner Leichtigkeit und seines melancholischen Humors.

3. Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig

Auch wenn man politisch nicht immer seiner Meinung ist, kann einem die Autobiografie des Linken-Politikers, Gregor Gysi, trotzdem gefallen. Weil Gysi das Hörbuch selbst eingelesen hat, wirkt es sehr authentisch. Er muss an einigen Stellen über sich selbst lachen und beeindruckt durch seine ehrliche Art. Er räumt eigene Fehler ein und schildert persönliche Erlebnisse als Vater, Anwalt und Politiker. Das Hörbuch bietet spannende Einblicke in die DDR-Politik und das Leben im Osten vor dem Mauerfall.

4. Mely Kiyak: Frau Sein

Was bedeutet es eine Frau zu sein? Auf diese Frage haben wir Frauen wohl unterschiedliche Antworten. Wie die Autorin Mely Kiyak bin auch ich gerne eine Frau, auch wenn ich einige ihrer nicht so schönen Erfahrungen teile und gut nachvollziehen kann. Erzählungen aus Gesprächen mit ihrem Vater und Cousinen zeigen, welche Erfahrungen die Autorin, aufgewachsen zwischen zwei Ländern und Klassen, gemacht hat. Dabei spricht sie über das Alleinsein, ihre Rolle in der Familie, Wahrnehmung des eigenen Körpers und ihre Leidenschaft für das Schreiben. Mir hat das Hörbuch durch die sehr ehrlichen und lebenslustigen Geschichten gefallen.

5. Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt

Mehrere Kurzgeschichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Von einem Indianer im Death Valley zu einer Frau, die eine Fehlgeburt hatte und ihr Kind allein begrub. Die Auswahl der Themen macht den Reiz aus. Das ist vielleicht auch der Grund, wieso das Zuhören so einfach fällt. Die Abwechslung zwischen Heiterkeit und Trauer und die direkte Art der Autorin machen das Hörbuch divers. Die Protagonist:innen werden dabei sehr ausführlich beschrieben, sodass trotz der Kürze der Geschichten eine Nähe zur Story entsteht. Was mir an den Geschichten am besten gefiel, ist, dass sie so unvorhersehbar waren. Zudem ist die Grenze zwischen Illusion, Gedanken der Figuren und der Erzählinstanz in den Geschichten so gering, dass man als Leser:in selbst urteilen muss, was wirklich passiert.

Beitragsbild: Unsplash/Brett Jordan

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