The Kooks zeigten auf ihrer European Tour 2026, dass ihre Musik mehr ist als der sonnige Britpop ihres Debütalbums.
Einige Jahre ist es nun her, dass man sich durch Soundtracks wie „Frontalknutschen“ oder „17 Again“ den Song „Naive“ auf den iPod lud. Noch länger ist es her, dass das Debütalbum „Inside In / Inside Out“ veröffentlicht wurde. In diesem Jahr feiert es sein 20. Jubiläum.
Im vergangenen Jahr erschien mit „Never/Know“ das siebte Studioalbum der Band. 2026 sind The Kooks damit auf Headline-Tour durch Europa unterwegs. Am 21. Februar machten sie Halt im Palladium Köln und brachten das Publikum zum Tanzen. Neben vielen Klassikern hatten sie auch neue Songs im Gepäck.
Kaum Aufmerksamkeit für den Support-Act
Den Abend eröffnete die irische Band Girl in the Year Above. Leider bekam sie vom Publikum nur wenig Aufmerksamkeit. Der Geräuschpegel war stellenweise so hoch, dass man die Musik, etwa unter den Balkonen, kaum hören konnte. In der Nähe des Mischpults war der Sound besser, doch Gespräche übertönten immer wieder die leiseren Passagen. Schade, denn die Band überzeugte mit viel Gefühl und einer starken Stimme.
Für gebündelte Aufmerksamkeit sorgte schließlich „Sweet Caroline“ von Neil Diamond, das kurz vor Konzertbeginn eingespielt wurde. Das gesamte Publikum sang mit und stimmte sich damit auf den Abend ein.
Dankbar für 20 Jahre Bandgeschichte
Pünktlich starteten The Kooks mit dem „Sofa Song“ von ihrem Debütalbum. Der typische Gitarrenklang der Band erfüllte die Halle, dazu war die unverwechselbare Stimme von Sänger Luke Pritchard gut zu hören. Er erklärte, wie dankbar die Band sei, dass ihre Musik auch nach 20 Jahren noch so viel Zuspruch erfahre.
Spätestens bei „She Moves in Her Own Way“ wippten nach einer Viertelstunde auch die letzten Zuschauerinnen und Zuschauer im Takt von einem Bein aufs andere. Bei „Seaside“ blieben die Füße jedoch still, doch das Publikum sang dafür von Herzen mit. Beeindruckend war die Textsicherheit mancher Fans, obwohl Pritchards Akzent und sein leichtes Nuscheln nicht immer jedes Wort klar erkennen lassen.
Dass sich die Band musikalisch weiterentwickelt hat, zeigten Songs wie „Bad Habit“ oder „See Me Now“. Letzterer ist besonders persönlich. Darin geht es um Pritchards Vater, der starb, als er drei Jahre alt war. Sein Vater sei ebenfalls Musiker gewesen, erzählte er, und über die Musik fühle er sich mit ihm verbunden. Beim Vortrag des Songs setzte er sich ans Klavier und sorgte so für einen ruhigen Moment.
Leider wurde auch diese leise Passage von Gesprächen im Publikum begleitet. Die Akustik im Palladium gilt als schwierig, doch Respekt vor solchen Momenten sollte selbstverständlich sein. Konzerte leben von Atmosphäre, und die entsteht nicht nur auf der Bühne.
Wann kommt es denn endlich?
Nach einer guten Stunde verließ die Band erstmals die Bühne. Der Applaus ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass noch etwas fehlte. Mit „Naive“ beendeten The Kooks schließlich den Abend. Viele hielten den Moment zunächst mit ihren Smartphones fest, bevor eine spürbare Leichtigkeit durch den Raum ging und alle zusammen den Text mitsangen. Spätestens hier zeigte sich, welchen Stellenwert der Song auch 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch hat.
The Kooks bewiesen in Köln, dass sie auch zwei Jahrzehnte nach ihrem Durchbruch noch ein Publikum begeistern können – mit Klassikern ebenso wie mit neueren Songs. Trotz eines stellenweise unruhigen Publikums entstanden immer wieder mitreißende und persönliche Konzertmomente.
Bild: Populärkollektiv
