Gloria Theater, Köln
4. Februar 2026
Anna von Hausswolff verwandelte das Gloria Theater in einen vibrierenden Klangraum zwischen Sakralem und Sphärischem. Schon mit dem ersten Track füllte sich der Raum mit einer fast greifbaren Dichte – eine euphorische, dunkle Welle aus Orgeln, Gitarren und einem sphärischen Saxophon. Die Stimmung: gewaltig, atmosphärisch und raumfüllend – Musik, die weniger zum Tanzen als zum Versinken einlädt.
Von Hausswolffs Stimme trägt weit und klar, sie schneidet durch die Schwaden aus den Nebelmaschinen. Momente zarter, feiner Passagen wechseln sich ab mit bombastischen Ausbrüchen, bei denen Gitarren und Schlagzeug ordentlich Druck machen.
Anna von Hauswolff hat fünf weitere Musiker:innen mit auf die Bühne gebracht. Darin spiegelt sich die Komplexität der Songs. Die einzelnen Instrumente sind kunstvoll aufeinander geschichtet und miteinander verwoben. Es macht Spaß, die Interaktion der Musiker:innen zu beobachten, während man in die Musik eintaucht.
Manche Stücke klingen, als gehörten sie in eine Kathedrale in der Arktis – irgendwo zwischen liturgischer Feier und nordischer Mythenlandschaft. Im Kopf ziehen Bilder von weiten Tundra-Landschaften und Rentierherden vorbei. Und doch blitzt in einer Zeile wie “It’s expensive to be alive” plötzlich eine fast schon banale Realität auf – ein lakonischer, unerwartet alltäglicher Satz, der die Entrückung kurz erdet. Vielleicht steckt in Anna von Hausswolffs Musik eben doch mehr Diesseits, als ihre anderweltliche Musik vermuten lässt.
Hintergrund
Anna von Hausswolff wurde 1986 im schwedischen Göteborg geboren. Bekannt wurde sie mit Alben wie “Ceremony” (2012) und “The Miraculous” (2015), in denen sie Kirchenorgeln und sakrale Motive mit dunklem Folk, Drone und Art Rock verband. Ihr Markenzeichen: monumentale Orgelklänge, die sich mit Avantgarde-Pop verweben, getragen von einer Stimme, die zugleich verletzlich und überwältigend wirkt.
Kommende Konzerttermine 2026
– 11. Februar – Zürich, Rote Fabrik
– 14. Februar – Wien, Arena
– 21. Februar – Stockholm, Cirkus
– 27. Februar – Berlin, Columbia Theater
